Ob als Abstellfläche, Geräteraum oder entspannter Rückzugsort im Grünen: Gartenhäuser werten jedes Grundstück auf. Damit Sie möglichst lange Freude an Ihrem Häuschen haben, ist es wichtig, dass Sie es fachgerecht decken. Denn nur so können Sie sich sicher sein, dass es bei jedem Wetter dicht bleibt. Wir erklären Ihnen, worauf es beim Decken eines Gartenhausdachs ankommt!

Warum die richtige Dacheindeckung für Gartenhäuser wichtig ist

Eine angemessene Dacheindeckung für Ihr Gartenhaus bietet gleich mehrere wichtige Vorteile:

  • Schutz vor Witterung: Regen, Schnee, UV-Strahlung und Wind schaden Ihrem Gartenhaus. Ein undichtes Dach führt bei Holzhäusern schnell zu Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung. Die passende Dachdeckung verhindert das.
  • Erhöhung der Lebensdauer: Ein korrekt gedecktes Gartenhaus hält deutlich länger als eins ohne oder mit mangelhafter Eindeckung.
  • Veränderung der Optik: Ein Dach hat großen Einfluss auf die Wahrnehmung eines Gartenhauses. Die Möglichkeiten reichen von unscheinbar oder gewöhnlich bis hin zu auffällig und extravagant. Hier können Sie Ihre Persönlichkeit ausspielen und Ihren Garten optisch aufwerten.

Die typischen Dachformen von Gartenhäusern

Die Dachform des Gartenhauses hat nicht nur optische Aspekte. Sie beeinflusst insbesondere über die Neigung, welche Materialien für die Dachdeckung in Frage kommen. Denn manche Materialien sind erst ab einer gewissen Dachneigung oder bis zu einer Maximalneigung verlegbar. Gartenhäuser werden typischerweise mit vier verschiedenen Dachformen gefertigt:

  1. Satteldach: Das klassische Satteldach findet sich häufig bei Gartenhäusern. Es zeichnet sich durch zwei abgeschrägte Dachflächen aus, die sich mittig in einem First treffen. Häufig haben sie Dachneigungen von mindestens 10° bis 45°.
  2. Pultdach: Das Pultdach zeichnet sich dadurch aus, dass es eine durchgehende Fläche ohne First ist. Zumeist ist sie nach hinten, vorne oder zu einer der Seiten geneigt. Die typische Dachneigung liegt hier oft zwischen 10° bis 45°.
  3. Flachdach: Flache Dächer sind in Mode und finden auch bei Gartenhäusern Anwendung. Sie zeichnen sich durch eine Dachneigung von unter 10°aus, meist sogar unter 5°.
  4. Walmdach: Stadthausflair im Garten: das Walmdach, bei dem sich von allen vier Seiten eine dreieckige Dachfläche erhebt, die sich in der Mitte in einer Spitze treffen. Das Dach hat also keinen First, sondern einen Mittelpunkt, und Dachflächen von allen Seiten. Die Dachneigung liegt hier zumeist zwischen 10° bis 45°.

Neben der Materialauswahl ist das Anbringen einer Dachdeckung bei z. B. Pultdach und Flachdach oft einfacher als beim Satteldach, da sie keinen First haben. Aufwendiger wird es dann noch beim Walmdach, bei dem Übergänge zwischen allen vier Seiten sinnvoll und dicht geschaffen werden müssen.

Welche Materialien eignen sich zum Decken eines Gartenhausdachs?

Gartenhaus decken mit Bitumenbahnen

Die Bitumenbahn ist der Klassiker im Gartenbereich und wird auch oft für Gartenhäuser verwendet. Das liegt vor allem daran, dass sie günstig, leicht zu verlegen und auch für alle Dachformen geeignet sind. Sie sind in verschiedenen Gütestufen und Formen erhältlich bzw. verlegbar: selbstklebend, kaltklebend oder im Schweißverfahren.

Vorteile 

  • Einfach und gut zu verarbeiten
  • Für nahezu jedes Dach geeignet
  • Günstiger Anschaffungspreis 

Nachteile 

  • Keine allzu lange Haltbarkeitszeit
  • Ggf. frühzeitig zweite Schicht nötig
  • Optisch für viele Menschen unattraktiv 
Ein Gartenhausdach mit Bitumenschindeln als Abdichtung.
Ein Gartenhaus mit Bitumenwellplatten als Dachabdichtung.

Gartenhaus decken mit Dachpfannen

Die Dachpfanne ist in Deutschland wohl die klassischste Dachdeckung. Für Hauptgebäude sehr beliebt, können sie auch bei Gartenhäusern punkten, sofern kein Flachdach genutzt wird. Mit einer Dachpfanne bekommt das Gartenhaus eine Optik, die besonders hochwertig wirkt. Grundsätzlich gibt es hier verschiedene Ausführungen wie z. B. aus Beton, Metall oder Bitumen.

Vorteile

  • Besonders langlebige Lösung
  • Starke Optik, angeglichen ans Wohnhaus
  • Erhältlich in verschiedenen Materialien (Beton, Metall, Bitumen ...)
  • Widerstandsfähig gegen Korrosion, Witterung und UV-Strahlung

Nachteile

  • Etwas kompliziertere Verlegung
  • Je nach Material höheres Produktgewicht
  • Je nach Ausführung zusätzliche Unterkonstruktion nötig 

So decken Sie Ihr Gartenhausdach in 5 Schritten

  1. Dach prüfen: Welche Art von Dach hat Ihr Gartenhaus? Wie ist es geneigt? Welche besonderen Herausforderungen gibt es? Je mehr Sie vorher wissen, desto besser können Sie Ihr Projekt planen.
  2. Material auswählen: Schließen Sie zuerst alle Lösungen aus, die für Ihr konkretes Dach aufgrund der Neigung nicht in Frage kommen. Anschließend müssen Sie nur zwischen Optik, Preis und den individuellen Eigenschaften abwägen. Eine starke Kombination für Gartenhäuser bieten Bitumenwellplatte. Aber auch Bitumenbahnen oder -schindeln sind im Gartenbereich sehr beliebt.
  3. Materialbedarf errechnen: Berechnen Sie die zu deckende Dachfläche des Gartenhauses und planen Sie den Verschnitt mit ein. Je nach Material ist hier der Bedarf etwas größer oder kleiner. Wir stellen Ihnen dafür einen Dachkonfigurator zur Verfügung.
  4. Verlegung nach Herstelleranleitung: Wie genau die Verlegung abläuft, hängt von dem gewählten Material ab. Bei manchen Produkten ist es mit einer einfachen Klebebindung getan, andere Dachdeckungen benötigen eine spezielle Unterkonstruktion mit Unterlagsbahn. Befolgen Sie unbedingt genau die Herstellervorgaben, denn nur so wird eine sichere Abdichtung erreicht.
  5. Pflege und Wartung: Damit Sie möglichst lange Freude an Ihrem Gartenhaus haben, sollten Sie das Dach regelmäßig pflegen. Dazu gehört die fachgerechte Reinigung. Entsprechende Hinweise entnehmen Sie der Herstelleranleitung.

Checkliste: Was Sie zum Decken eines Gartenhausdachs benötigen

  • Ausreichend Material für die Dachdeckung (unbedingt Verschnitt mit einrechnen)
  • Je nach Dachform: Firsthauben und Abschlussprofile bedenken
  • Je nach Produkt: Lüftungselemente zur kontrollierten Entfeuchtung
  • Ggf. Unterkonstruktion mit Holzlatten und/oder Unterlagsbahnen
  • Passende Befestigungsmaterialien (Schrauben, Nägel, Kaltkleber …)
  • Passendes Werkzeug (zumeist Hammer, Säge, Akkuschrauber, Cuttermesser, Wasserwage, Zollstock/Maßband, Leiter, Schutzkleidung, Schnur, Bleistift)
  • Dachrinne zum Abführen des Wassers (falls beim Gartenhaus nicht bereits dabei)

Was kostet es, ein Gartenhaus neu einzudecken?

Die genauen Kosten für die Dachdeckung eines Gartenhauses hängen von verschiedenen Faktoren ab:

  • Dachfläche: Je nach Dachform ist die tatsächliche Dachfläche bei gleichem Grundriss höher. Besonders materialsparend sind Pult- und Flachdächer.
  • Dachform: Je nach Dachform wird mehr Zubehör benötigt (z. B. Firsthauben und Anschlussprofile für Sattel- und Walmdächer).
  • Materialauswahl: Die Preise für die verschiedenen Materialien fangen bei unter 5 Euro pro m² für einfache Bitumenbahnen an und erreichen für Dachpfannen je nach Ausführung durchaus bis zu 20 Euro pro m². Bitumenwellplatten liegen hier mit 5–10 Euro in der optimalen Mitte.

Es sind also zu viele Faktoren, um eine pauschale Antwort zu geben. Denn abhängig von Material und Dachform können sich die Preise um mehrere hundert Euro unterscheiden.

Typische Preise für die Dachdeckung bei einem normalgroßen Gartenhaus (ca. 2 × 2 m) mit einem Satteldach (ca. 8 m²) können – je nach Material – bei ca. 100 Euro für günstige Lösungen anfangen.

Wir empfehlen aber, nicht zu sehr auf den Preis zu schauen. Denn oft lohnt es sich, in ein hochwertigeres Material zu investieren. Eine längere Haltbarkeit zahlt sich am Ende im Normalfall aus. Während Sie Bitumenbahnen womöglich nach 5–10 Jahren bereits erneuern müssen, halten Bitumenwellplatten problemlos auch längere Zeiträume.

Häufige Fehler bei der Dachdeckung von Gartenhäusern

Es gibt viele Fehler, die dazu führen können, dass Ihr Gartenhaus trotz Dachdeckung undicht wird. Diese sollten Sie vermeiden.

  • Falsches Material für die Dachneigung: Ist ein Material für die Dachneigung nicht geeignet, garantiert der Hersteller nicht für die Dichtigkeit. Das hat einen einfachen Grund: Bei geringerer Dachneigung fließt das Wasser langsamer ab und hat mehr Zeit, um in Zwischenräume zu dringen. Wird also ein falsches Material gewählt, können Schäden entstehen.
  • Unzureichende Belüftung des Dachs: Je nach Material ist es wichtig, für eine ausreichende Belüftung zu sorgen. Diese ergibt sich zumeist aus der fachgerechten Umsetzung der Anleitung. Werden hier aber bestimmte Abstände nicht eingehalten oder spezielle Lüftungsauslässe nicht montiert, büßt das Dach an Haltbarkeit ein.
  • Fehlerhafte Befestigung: Eine fehlerhafte Befestigung des Dachs kann sich massiv auf die Haltbarkeit auswirken. Nicht nur dringt ggf. Wasser ein, bei Stürmen kann sich das Material auch lösen.
  • Undichte Dachanschlüsse: Insbesondere an Anschlüssen und Übergängen ist es wichtig, sehr sauber und präzise zu arbeiten. Nutzen Sie das Herstellerzubehör, um hier eine ordentliche und dichte Lösung zu schaffen.
  • Zu geringe Dachüberlappung: Hersteller von Dachdeckung geben eine notwendige Überlappung vor, die bei der Verlegung eingehalten werden muss. Ist diese nicht gegeben, kann Wasser in die Konstruktion eindringen. 
  • Vernachlässigte Unterkonstruktion: Auch die Unterkonstruktion spielt für die Langlebigkeit des Dachs eine Rolle. Je nach Dachdeckung ist es wichtig, darauf zu achten, ob eine spezielle Lattung oder sogar Unterlagsbahnen notwendig sind.

Nach der Montage: Pflege und Wartung der neuen Gartenhaus-Dacheindeckung

Damit Sie möglichst lang Freude an Ihrem Gartenhaus haben, ist es wichtig, dass Sie Ihr neues Dach regelmäßig warten und pflegen. Dazu gehören u. a. folgende Aspekte:

  • Führen Sie regelmäßige Sichtkontrollen des Dachs durch
  • Entfernen Sie Verschmutzungen, Laub und Moos vom Dach
  • Reparieren Sie kleine Schäden frühzeitig
  • Prüfen Sie Befestigungen und Anschlüsse regelmäßig
  • Kontrollieren Sie das Dach nach dem Winter und nach starken Stürmen

Wie aufwendig die Wartung ausfällt, hängt vom konkreten Material und der Dachform ab. Auch mögliche Reparaturen unterscheiden sich in den Aufwänden.

Fazit: So gelingt das Projekt Gartenhausdach decken

Ein Gartenhausdach zu decken, ist ein Projekt, das Heimwerker problemlos selbst bewältigt bekommen. Sofern Sie das korrekte Material auswählen und sich an die Herstellerangaben halten, steht der erfolgreichen Umsetzung nichts im Wege.

Achten Sie einfach darauf, ein Produkt zu wählen, das nicht nur langlebig ist, sondern auch ansprechend aussieht und sich einfach verlegen lässt. Dann werden Sie garantiert lange Freude mit Ihrem neuen Gartenhausdach haben!

Onduline-Dachprodukte für Gartenhäuser

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Produktfoto einer ONDULINE Bitumenwellplatte vor weißem Hintergrund.
Produktfoto mehrerer BARDOLINE Bitumenschindeln vor weißem Hintergrund.
Produktfoto der ONDULINE Gartenhausbahn vor weißem Hintergrund.
Darstellung von COLORROOF Metalldachpfannen auf weißem Grund.